Die Begegnung mit dem Steinkreis hat meine weitere spirituelle und praktische Forschungsarbeit tief greifend beeinflusst. Als ausgebildete Theologin arbeitet ich bereits seit vielen Jahren im Bereich der Spiritualität und Religionsforschung. Ich hatte mich in den letzten Jahren immer gründlicher mit den Quellen weiblicher Religiosität befasst, bis dahin hatte ich allerdings sehr wenig zu tun mit „Urgeschichte“ oder gar archäologischen Themenbereichen. Ich war vertraut mit medialer Arbeit, mit Traumforschung und Lichtmeditation als Quelle für Informationen. Auch Reinkarnationstrancen waren mir nicht unbekannt.
Durch die Begegnung mit dem Steinkreis wurde ich jedoch mit einer für mich lebendig erfahrbaren Spiritualität bekannt gemacht, die mir bis dahin in dieser Weise nicht bekannt war. Ich nenne sie die Erdspiritualität. Ich kann auch sagen, dass ich mit dem Aspekt der Göttin in unmittelbare Berührung kam. Es ist ein Aspekt, in dem einen die Erde selbst als göttlich, heilig und beseelt entgegentritt, in dem sie erfahrbar wird in ihrer göttlichen Dimension, mit deren verschiedenen Aspekten wir Kontakt aufnehmen können. Es eröffnete sich die Möglichkeit, mit allen Lebewesen elementar und direkt zu kommunizieren. Auch öffnete sich durch den Steinkreis ein Blick auf eine Art innere Zielgestalt, ich nenne es die „entelechiale Gestalt“, die jeder Mensch in sich trägt und mit der er eigentlich immer in Kontakt stehen könnte. In Verbindung mit dieser Zielgestalt fand ich neue Perspektiven für die Daseinsweise der Menschen, für ein geschütztes Leben und für eine Form der menschlichen Gemeinschaft, dies nenne ich die Urgeschichtliche Utopie.
Die Religiosität, die mir vermittelt wurde, ist keine Religion wie wir sie kennen. Es ist keine Tröstungsreligion, sie ist nicht im Jenseits zu suchen. Es ist eine Schöpfungsreligion. Die Religion ist das Leben selbst. Sie braucht keine Wunder, denn das ganze Leben, seine Gesetze und Geheimnisse sind das Wunder selbst.“