An alle FriedensarbeiterInnen,
junge Menschen aus aller Welt haben sich derzeit in Tamera versammelt. Menschen aus Israel, Palästina, Kolumbien, Indien, Portugal, USA, Afrika Deutschland, Schweiz, Österreich, Italien, Holland, sitzen beieinander und nähern sich den Gedanken einer weltweiten Bewegung, der Bewegung für eine freie Erde. Wieder und wieder werden wir konfrontiert mit den unendlichen Schmerzen und Wunden in den unterdrückten Ländern, wieder und wieder kommt der Schmerz auf und die Scham über die Geschichte Europas und der USA, ein intensiver Austausch über die Geschichte von Opfern und Tätern findet statt.
Es wird keinen Frieden geben, solange wir nicht die geistigen Strukturen durchschauen, die wieder und wieder in das gleiche Elend führen. Neben den Tränen der Betroffenheit, gibt es auch Tränen der Erleichterung, ein Gefühl, nach Hause zu kommen, Mensch unter Menschen sein zu dürfen und mit behutsamer Freude öffnet sich die Vision für eine weltweite Friedensbewegung, an die man zu glauben wagt. Das Bild einer weltweiten Pilgerbewegung, die sich auszeichnet durch Wahrheit, gegenseitige Anteilnahme, Unterstützung und menschliche Solidarität bewegt die Gemüter. Ich habe in dem Zusammenhang einen Text ausgesucht aus dem Buch Zukunft ohne Krieg, was diesen Gedanken wunderbar beschreibt. Ich möchte hinweisen auf unseren neuen Pilgertext, der uns auf der diesjährigen Pilgerschaft begleiten wird. Interessenten sind herzlich willkommen. Mehr Informationen erhaltet ihr unter:
http://www.sabine-lichtenfels.com/de/Grace_in_Aktion_Pilgerschaften_Artikel.html
Krafttext:
(Aus: aus: Zukunft ohne Krieg, Dieter Duhm)
Eine Vision
Sun Bear:
„Manchmal träume ich, ich sei an einem Ort, wo eine kleine Gruppe von Menschen über einen Hügel herannaht. Wir umarmen uns alle und rufen aus: „Bruder, Schwester, du hast überlebt!“ Es gibt keine Ismen mehr. Wir sagen nicht mehr: Welcher Religion gehörst du an? Wozu gehörst du? All das hat keine Bedeutung mehr.“
Ich sehe eine neue Generation von Pilgern aus allen Ländern über die Erde ziehen. Sie sind nicht mehr gebunden an Nation, Sprache, Rasse, Kultur und Religion, auch nicht an Reichtum und Besitz. Sie helfen in Krisengebieten, besuchen heilige Stätten, sind unterwegs zu neuen Ankerplätzen, begegnen sich an Lagerfeuern, in Scheunen oder Herbergen, teilen sich ihr Brot und entwickeln eine neue Qualität von Gemeinschaft, Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft. So entsteht außerhalb aller Institutionen ein junges Weltbürgertum von neuer Art – eine andere Globalisierung. Unterstützt wird dieser Vorgang durch die Entstehung neuartiger Zentren, die sich langsam auf der Erde ausbreiten. Wir nennen sie „Heilungsbiotope“ oder „Friedensdörfer“. Sie dienen den Pilgern als Herberge, Studienort und Arbeitsstätte. Hier wird reale Forschungsarbeit gemacht für die technologischen, spirituellen und sozialen Grundlagen einer gewaltfreien Weltgesellschaft. Die Zentren stehen untereinander durch die wachsende Pilgerschar in fluktuierender Verbindung. Man weiß voneinander, man ist auf demselben Weg und man hat die Verantwortung übernommen für die Zukunft unseres Planeten. Beginn einer neuen Kultur, Morgendämmerung einer neuen Zeit.
Möge die Jugend aller Länder austreten aus ihren Vergangenheiten und eintreten in die Möglichkeiten einer neuen Epoche von planetarischem Denken, planetarischer Freundschaft und planetarischer Freude. Mögen sich junge Menschen aus Toronto, aus Sidney oder Nairobi, aus San Francisco oder Kiew treffen, mögen sie in Kolumbien oder bei den Zapatisten in Mexiko, in Bethlehem oder in Tamera die neue Weltgemeinschaft feiern. Mögen sie aus dem Weltencode die Informationen und Kräfte verwirklichen, die uns in eine lebenswerte Zukunft auf einem wunderbaren Planeten führen. – Sie werden es tun, die „Bewegung für eine freie Erde“ ist bereits im Gang.
Kraftsatz: Die „Bewegung für eine freie Erde“ ist bereits im Gang.
Mit freundlichen Grüßen
Sabine Lichtenfels