Sabine Lichtenfels - im Namen von Grace

Sabine Lichtenfels - Spirituelle Arbeit

Ring der Kraft 26. Oktober 2009

// Du kannst nur treu sein, wenn du auch andere lieben darfst.

An alle FriedensarbeiterInnen,

Der Global GRACE Day naht, der 9. November, der seit fünf Jahren für Tamera ein wichtiger Ereinnerungstag geworden ist.

Einige Male mündeten unsere Pilgerschaften in den Global GRACE Day, zuletzt 2007 in Betlehem an der Mauer. Dieses Jahr endete die GRACE-Pilgerschaft früher in Tamera in einer globalen Zukunftsschau, der Eröffnung des Testfeldes für ein SolarVillage. Dennoch möchten und werden wir den 9. November weiterhin als globalen Besinnungstag feiern.

Speziell uns Deutsche erinnert er an zwei wesentliche Ereignisse in der Geschichte:

In der Nacht vom 9. November auf den 10. November 1938 erfolgte der erste große Schlag der Nazis auf die deutschen Juden. Hunderte von Synagogen wurden verbrannt, viele jüdische Bürger ermordet und bereits mehr als 30 000 Menschen in Konzentrationslager verschleppt. Daran waren unsere Großeltern beteiligt und Eltern beteiligt, Menschen, die wir geliebt und geachtet haben. Es hat keinen Sinn wegzuschauen. Es hat nur Sinn, zu verstehen und ernsthaft die Frage zu stellen: Wie ist dieser weltweite Krieg zu beenden?

Am 9.November 1989 wurden unter dem Druck der gewaltfreien Massenproteste der DDR-Bewohner die drei bis vier Meter hohen Betonmauern oder die Metallgitterzäune, die von bis zu 5 m tiefen Gräben, Stolperdrähten, Lauanlagen für Wachhunde, Signal- und Wachtürmen umgeben waren, geöffnet.

Ich selbst war an diesem Tag "zufällig" in Berlin, ich war von der UFA-Fabrik zu einer Rede eingeladen worden und dazu aus Süddeutschland angereist. Ich erlebte die Öffnung der Mauer am "Checkpoint Charlie" mit, einer der bekanntesten Übergangsstellen zwischen West- und Ostberlin. In einer Nacht hatten wir ein Flugblatt entworfen, das im Wesentlichen von Dieter Duhm, der damals mit mir reiste, geschrieben wurde. "Der Revolution im Osten muss jetzt die Revolution im Westen folgen", hieß es darin, in der Hoffnung und dem Glauben, dass sich dieser gewaltigen Aufbruchskraft aus dem Osten auch die mutigsten Geister aus dem Westen anschließen würden, um die Mauern und die Gräueltaten des kapitalistischen Systems gemeinsam mit den den Freunden aus dem Osten aufzuklären, zu verstehen und zu überwinden.

Wie aktuell dieser Aufruf bis heute ist, sehen wir an den derzeitigen Umständen der westlichen Welt. Der Gedanke an eine globale Revolution wird jetzt nach und nach von immer mehr revolutionären und mutigen Geistern verstanden und aufgegriffen.

Möge die globale Kraft und Friedensvision ihren Anker finden und die Verwirklichungskraft, die sich durch keinen äußeren Widerstand mehr aufhalten lässt, weil sie im Innern getragen ist von einer machtvollen Friedensvision.

Möge der Global GRACE Day weltweit einen Beitrag leisten, um diesen Samen zu legen. Engagierte Geister werden an vielen Orten dieser Erde musikalische und meditative Feste feiern, Mahnwachen veranstalten und in gemeinschaftlicher Visionskraft ihre Aufmerksamkeit auf eine heilende Zukunft richten.

Krafttext: Die Mauer

(Flugblatt der Bewegung MEIGA, das wir am 10. November 1989, zu 100.000 Stück nach der Maueröffnung verteilten.)

Die Mauer bricht. Sie war das Sinnbild eines Kampfes zweier Systeme. Wir danken allen Freunden aus der DDR und auch aus der BRD, die jetzt aus diesem Kampf ausgestiegen sind. Es ist eine Freude aufgekommen in unserem Land, an der wir alle teilhaben. Diese Freude liegt in dem Gefühl einer umfassenden menschlichen Zusammengehörigkeit, nicht im Triumph eines Sieges. Gesiegt hat da bis jetzt noch keiner, denn gesiegt haben wir erst dann, wenn alle Systeme und alle Mauern überwunden sind. Niemand wird das ersehnte menschliche Glück dadurch finden können, dass er von dem einen System ins andere überwechselt. Die Frage der menschlichen Freiheit liegt außerhalb aller bestehenden politischen Systeme. Sie ist drüben wie hier noch gleichermaßen ungelöst. Der Westen hat mehr Glanz, mehr Lebendigkeit und mehr Reichtum, aber auch er hat noch keine wirkliche Antwort auf die Hoffnung, mit der jetzt die Hunderttausende zu uns kommen, die zu lange hinter Mauern leben mussten. In diesem Zusammenhang möchten wir dem Neuen Forum in der DDR danken für die Ernsthaftigkeit seiner Betrachtungen.

Man hat immer Mauern gebaut. Man hat sie gebaut, um sich zu schützen. Man hat sie um Völker herum gebaut, um politische Systeme und um Glaubensbekenntnisse. Man hat sie sogar um menschliche Elementarbereiche gebaut: um Eros, Liebe und Partnerschaft. Jedes Stück Erkenntnis und jedes Stück Wahrheit, auch jedes Stück Liebe, das in dieser schwierigen Welt gefunden werden konnte, wurde sogleich durch eine Mauer, eine Ideologie, ein Gesetz geschützt. Dies war nach außen eine Demonstration der Stärke, aber es war immer auch ein Schutz vor der Angst. Die Freiheit aber, nach der sich alle sehnen, ist ohne Angst. Sie liegt in einer Verständigung und Solidarität, in einer Freundschaft und Wahrheit zwischen den Menschen, die sich vor nichts mehr schützen muss, weil sie allen gemeinsam ist. Wo Wahrheit, Menschlichkeit und Freiheit vor der Welt geschützt werden müssen durch Mauern, da besteht ein Widerspruch in sich. Denn der Mensch steht nur dort wirklich frei in der Welt, wo er keine Zäune und keine Mauern mehr braucht. Die Treue zu einem „System“, die mehr ist als ein Lippenbekenntnis, kann nur dann entstehen, wenn auch andere Systeme verstanden und anerkannt werden. Das gilt für die Politik wie für die Liebe: Du kannst nur treu sein, wenn du auch andere lieben darfst.

(...)

Im Namen der Wärme für alles, was in Zukunft leben möchte.

Kraftsatz: Du kannst nur treu sein, wenn du auch andere lieben darfst.

Mit herzlichen Grüßen aus Tamera!

Sabine Lichtenfels