An alle FriedensarbeiterInnen,
Vieles hat sich in dieser vorweihnachtlichen Zeit ereignet. Kopenhagen erhitzte die Gemüter. Hier in Portugal erschütterte ein kräftiges Beben die Erde. Die Frage drängt sich vielen auf: Wird die Menschheit erwachen oder steuert sie zielsicher ihrem Untergang entgegen?
Heute ist der Tag der Sonnenwende. Wir feiern die längste Nacht des Jahres und erleben den kürzesten Tag. Feiern zur Sonnenwende haben sehr alte Wurzeln. Sie wurden insbesondere von Kelten, Germanen und Slawen der vorchristlichen Zeit begangen. Man befasste sich an diesen Tagen insbesondere mit den Erdvorgängen. Die Menschen damals wiesen den Wendepunkten innerhalb eines Jahres sehr große Bedeutung zu.
Jahrhundertelang hatte man die alten Bräuche bekämpft und versucht, sie auszurotten. Dieses war jedoch nicht gelungen, die Menschen hielten fest an ihren Traditionen und Ritualen. Also begann man, den Feiern und ihren Bräuchen eine christliche Bedeutung unterzuschieben. Auch das altgermanische Julfest zur Wintersonnenwende, das den Sieg der Sonne über die Dunkelheit feierte, verschmolz mit einer christlichen Feierlichkeit, dem Weihnachtsfest, das man zu Ehren der Geburt Christi auf den 25. Dezember legte.
Heute versuchen wir den tieferen Sinn alter Rituale wieder aufzugreifen und zeitgemäß zu feiern. Hierzu dient uns der schöpferische Geist und auch eine gewisse Andacht gegenüber dem Wunder der Natur. In Tamera hüten wir ein Friedensfeuer zeitgleich mit vielen anderen Gruppen weltweit. Wir verbinden uns mit der großen Vision der Erdheilung und bitten um die Kraft, diesem Vorgang in all ihren Aspekten dienen zu können. Gleichzeitig dient uns dieser Tag zur Bekräftigung unserer Arbeit und unserer Bereitschaft, uns ganz in den Dienst der Erdheilung zu stellen. Wir lieben diesen Planeten und alle seine lebendigen Wesen, die sich gleich uns nach Frieden sehnen.
In diesem Sinn wünschen wir ein gesegnetes Fest und ein freudiges Erwachen. Mögen wir die Verantwortung, die wir für diese Erde tragen, erkennen und annehmen.
Viele Menschen wurden durch den Krafttext der letzten Woche inspiriert; deshalb habe ich noch einmal eine Textstelle aus meiner Weihnachtsansprache "Ein neuer marianischer Kulturimpuls" ausgewählt.
Krafttext: Die Worte des Kindes Aus: Der marianische Kulturimpuls, Weihnachtsansprache von Sabine Lichtenfels
(Ein) heidnischer Glaube hat sich durchgehalten, nämlich der Glaube, dass an Heiligabend, in der heiligen Nacht, um zwölf Uhr zu Mitternacht die Tiere sprechen können. Man glaubte daran, dass zu dem Zeitpunkt, wo sich Himmel und Erde, Gott und Göttin, besonders nah berühren, etwas Neues geboren wird und man die Sprache aller Wesen verstehen kann, auch die Sprache der Tiere.
In der Weihnachtsgeschichte steht: "Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war."
Man könnte diesen Satz auch so verstehen, dass das Kind selber gesprochen hat. Vor kurzem hatte ich einen Traum, der war so intensiv, dass ich ihn am nächsten Morgen aufgeschrieben habe: "Ich träume, ich bin auf einem Schiff. Es geht um den Aufbau des Steinkreises in Tamera. Ich habe ein Kind auf dem Schoß, ein Säugling, ein paar Monate alt. Plötzlich fängt dieses Kind an zu sprechen, und ich kann seine Sprache voll verstehen. Ich bin vollkommen verwundert und sage: "Heh, du kannst ja sprechen."
Das Kind lacht und sagt: "Ja, für diejenigen, die ihre Kinderseele wieder ganz in sich entdecken, ist es einfach, meine Sprache zu verstehen und überhaupt alle Sprachen." Und es fährt fort, mir Zusammenhänge zu erklären, Zusammenhänge der Welt, die Funktionslogik zwischen Himmel und Erde. Es sagt: "Wenn ihr unter euch Menschen das Vertrauen wieder ganz gefunden habt, wird sich die Logik verändern. Es wird eine ganz neue Logik geboren."
Ich bin sehr heiter in diesem Traum und sage:
"Ja, wenn das so ist, dann muß ich mich ja nur hinlegen wie du, voller Vertrauen, und alles genau wahrnehmen, dann kommt alle Erkenntnis zu mir."
Mir wird leicht ums Herz, ein Glücksgefühl breitet sich aus und eine Vorfreude auf eine neue Geburt. Es ist ein ganz tiefes Grundgefühl in mir, vielleicht ist das gemeint in der Bibelstelle: "Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder..."
Kraftsatz: Wenn ihr unter Menschen das Vertrauen wiederfindet, wird eine neue Logik geboren.
Mit herzlichen Grüßen aus Tamera!
Sabine Lichtenfels