Sabine Lichtenfels - im Namen von Grace

Sabine Lichtenfels - Spirituelle Arbeit

Ring der Kraft 18. Januar 2010

// Wer gegen den Krieg ist, braucht eine Vision für den Frieden.

An alle FriedensarbeiterInnen,

Wieder und wieder ist die Erde in Aufruhr. Sie schüttelt sich. Die Bilder aus Haiti, die wir in den Nachrichten sehen, sind kaum zu ertragen. Die Kinder, Frauen und Männer, die da in den Trümmern liegen, könnten unsere eigenen sein. Was können wir tun? Gibt es einen verantwortlichen Beitrag zur Heilung? Warum trifft es immer die Armen und Unterdrückten? Hätte man nicht durch Warnsysteme früh genug von dem Erdbeben erfahren können?  

Letztlich läuft es wieder und wieder auf die Frage hinaus: Ist diese Erde noch zu retten?  

Mir kamen die Bilder vom Tsunami von 2004 in den Sinn. Warum konnten Tiere und Ureinwohner sich retten? Wären wir nicht sehr wohl in der Lage, auf den Organismus Erde zu hören?  

Sind wir uns noch bewusst, dass die Erde ein lebendiger Organismus ist und möglicherweise das Leben der „reichen westlichen Welt“ sehr wohl zu tun hat mit den Opfern an ganz anderen Orten dieser Erde?  

In einem Interview mit dem Haiti-Experten Claude Ribbe über die Erdbebenkatastrophe in Haiti mit dem Titel "Es ist ein Fluch, aber kein Schicksal" (in der Frankfurter Rundschau vom 15.1.) heißt es nach einer ausführlichen Darstellung der Geschichte Haitis: „Es fällt in Haiti so fürchterlich aus, weil sich Leute, die mit einem oder zwei Dollar am Tag leben, einfach kein festes Dach über dem Kopf leisten können. Überschwemmungen nach Wirbelstürmen sind in Haiti auch besonders schlimm, weil das ganze Land abgeholzt wurde - durch die Kolonialherren, die Haiti in eine einzige Zuckerrohrplantage verwandelt hatten und dazu jährlich 50.000 Sklaven aus Afrika heranschafften. Kein Wunder, dass nun am Tag nach dem Beben schon das Gerücht eines nahenden Tsunamis eine zweite Panikwelle verursachte. All diese haitianischen Dramen nähren sich aus dem Teufelskreis von Unterentwicklung und externer Bevormundung, von Unterdrückung und Gewalt, von Ausbeutung und Misere.“  

Ich habe als Krafttext einen Text aus dem Buch „GRACE-Pilgerschaft für eine Zukunft ohne Krieg“ ausgesucht. Die Worte sind für mich heute genauso aktuell wie 2005, als sie geschrieben wurden. Es ist ein Aufruf, den ich verfasst habe, bevor ich mich auf meine erste Pilgerschaft machte.  

Krafttext: Erster Pilgerbrief: Meine Schritte gegen den Krieg - Perspektiven schaffen für den Frieden  

 Aus dem Buch: GRACE – Pilgerschaft für eine Zukunft ohne Krieg, Verlag Meiga, 2006  

Folgenden Aufruf verschickte ich in unser Netzwerk, bevor ich mich auf den Weg machte: "Wenn wir die ökologischen und sozialen Krisen, die wir herbeigeführt haben, überleben wollten, wären wir wohl gezwungen, uns auf völlig neue, dramatische Gemeinschaftsunternehmungen einzulassen." (Lynn Margulis)  

Die Erde ist in Aufruhr. Der Tsunami raffte etwa 300.000 Menschenleben hinweg.  

(…)  

Es gibt derzeit so viele Kriege auf der Erde wie nie zuvor. Wir Deutschen reden immer noch tapfer vom Nachkriegszeitalter. Frieden, seit fast sechzig Jahren. Was haben wir mit dem Leid auf der anderen Seite der Welt zu tun? Wie eng verknüpft ist mein Wohlbefinden hier mit dem Leid auf der anderen Seite der Welt? Sehr eng! Bin ich verpflichtet, mir darüber Gedanken zu machen? Ja. Wissen wir noch, dass der Mensch der Verursacher der Katastrophe ist und deshalb auch die Intelligenz entwickeln könnte, um diese zu beenden?  

(…)  

  Wenn wir die Welt verändern wollen, müssen wir uns selbst verändern. Äußerer Friede kann nur hergestellt werden, wenn wir auch innerlich zum Frieden fähig sind. Wer gegen den Krieg ist, braucht eine lebbare Vision für den Frieden. Die Globalisierung der Gewalt kann nur durch eine realistische Globalisierung des Friedens überwunden werden. Was die bekannte Biologin Lynn Margulis als Konjunktiv formuliert (dass wir nämlich zu völlig neuen, dramatischen Gemeinschaftsunternehmungen gezwungen wären), ist für uns zu einem Imperativ geworden.    

Durch meine langjährige Gemeinschaftserfahrung weiß ich, dass wir soziale Strukturen schaffen müssen, in denen Friede und Vertrauen überhaupt möglich werden. Schafft Systeme des Zusammenlebens und des Vertrauens untereinander, in denen es keinen Krieg mehr gibt. Ein anderes Leben ist möglich. Schon jetzt.  

(…)   

Durch meine spirituelle Forschung weiß ich, dass wir auf die Stimme des Lebens und der Natur hören müssen, wenn wir Erfolg haben wollen. Ich denke an den Tsunami. Ich sehe den Dorfältesten Salaman von dem Urvolk Morgan vor mir, das auf einer Insel vor Thailand lebt. Bevor die Flutwelle kam, rettete er instinktiv seine Leute, indem er seiner inneren Stimme folgte und mit allen seinen Leuten auf den Berg lief. Was hat ihn gewarnt? Oder die Tiere, die überlebt haben. Warum konnten sie sich retten? Zu unserem Friedenskonzept gehört seit langem die gewaltfreie Kommunikation und Kooperation mit Tieren. Als beseelte Frequenz- und Informationsträger sind sie ein Teil des weltweiten Friedenssyndikats, wenn sie auf gute Weise integriert werden.  

Kraftsatz: Wer gegen den Krieg ist, braucht eine Vision für den Frieden.  

Mit herzlichen Grüßen aus Tamera!  

Sabine Lichtenfels