An alle FriedensarbeiterInnen,
Eine Gruppe aus Tamera, die Trägergruppe vom PRV-Middle East, befindet sich derzeit in der Westbank, um dort Sami Award vom Holy Land Trust in Bethlehem zu treffen und unsere Freunde in „Tent of Nations“ zu besuchen. Wir möchten diesen Ring der Kraft verbinden mit einem Dank an sie und einem Friedensgruß an alle Freunde und FriedensarbeiterInnen aus dem Nahen Osten.
Immer wieder bewegt uns die große Frage, wie ist denn Friede möglich, was ist unsere Aufgabe, wie können wir im Kleinen etwas bewirken, dass auch im Großen eine heilende Wirkung zeigt? Die kommende Pilgerschaft dient ganz der Vertiefung des Themas: Haben wir eine Vision vom Frieden, vom sogenannten heiligen Land, wo immer es sein wird?
Kennen wir eine Friedensvision für diese Erde, die in uns jederzeit lebendig ist? Ich habe einen Text ausgewählt von Starhawk, der Friedensaktivistin aus den USA, die sich über viele Jahre aktiv einsetzt für die planetarische Friedensvision, nicht zuletzt in Israel/Palästina. In elementaren und einfachen Worten beschreibt sie in ihrem Roman „Die fünfte Vision“ einen Friedensentschluss, der so viel sagt!
Wir grüßen sie, danken ihr für ihre unermüdliche Arbeit, auch für den schönen Text, den sie über Tamera geschrieben hat nach ihrem Besuch auf der Sommeruniversität und wünschen uns mit ihr eine langfristige Kooperation.
Die Webseite von Starhawk: www.EarthActivistTraining.org
Krafttext:
(Starhawk: Die fünfte Vision)
…“Sie hatten die National Guard eingesetzt und Truppen waren zu beiden Seiten der Telegraph Avenue, und Barrikaden und über unseren Köpfen dröhnten Hubschrauber. Sie setzten Tränengas ein, und die Menge schrie und lief wild und in Panik und voller Wut herum. Meine Augen brannten und während ich rannte und ein Polizist hinter mir herlief, hörte ich dieses laute, scharfe Geräusch. Sei feuerten in die Menge. Ich dachte, ich müsste sterben. Plötzlich wurde ich sehr ruhig. Ich wollte nicht mehr weglaufen, also wurde ich langsamer und der Polizist rannte an mir vorbei und verfolgte jemand anderen. Wenn ich sterben sollte, dann würde ich es mit Würde tun, bewußt und so begann ich sehr langsam die Straße wieder hinaufzugehen, den Schüssen entgegen. Alle anderen liefen weg. Um mich herum gab es nur Panik und Bewegung, aber ich war die Ruhe im Zentrum. Ich ging geradewegs auf einen der Soldaten zu, die auf uns feuerten und sah ihn nur an, sah in seine Augen. Ich wollte sehen, wer es war, der mich töten würde.“
Maya sah sich im Kreis um. Aber keiner rührte sich. „Er war jung und ungefähr in meinem Alter. Seine Augen waren braun, wie meine, und ich sah, dass er Angst hatte, so wie ich auch Angst hatte. Wir waren beide gleich. Plötzlich wusste ich das, und er wusste es auch. Ich konnte es in seinem Gesicht erkennen. Seine Hände zitterten und er nahm das Gewehr herunter. Da wusste ich, was wirklich einen Krieg beenden würde.“
Kraftsatz: Ich bin die Ruhe im Zentrum
Mit freundlichen Grüßen
Sabine Lichtenfels