An alle Freunde von GRACE,
Wir gehen auf das neue Jahr zu. Ich möchte mich mit einer Rückbesinnung bedanken bei allen, die mitgeholfen haben, dass wir unsere Aktivitäten des Globalen Campus in diesem Jahr durchführen konnten. Ich schaue auf ein bewegtes Jahr zurück und kann manchmal kaum glauben, dass all dies in einem Jahr geschehen sein soll.
Im Februar diesen Jahres haben wir nach einer intensiven Winterausbildung in Tamera eine Veranstaltung des Globalen Campus in Kolumbien in der Friedengemeinschaft San José de Apartadó durchgeführt. Martin Winiecki beschrieb in seinem Bericht "Das Wunder von Mulatos" http://www.verlag-meiga.org/node/215 die bewegenden Ergebnisse dieser außergewöhnlichen Pilgerschaft und der anschließenden Veranstaltung des Globalen Campus. Diese Veranstaltung führte zu der Konsequenz, dass wir in Tamera noch in diesem Jahr einen bewegenden Gemeinschaftskurs mit Menschen aus Kolumbien, Equador, Mexiko, Brasilien, Kenia, Schweiz und Deutschland verwirklichten, zu allen Fragen eines Modellaufbaus: “Was ist ein Kulturmodell, dass überall auf der Erde entstehen und der globalen Friedensentwicklung dienen kann?”
Im März traf sich in Tamera eine Intensivgruppe zu der Frage eines urgeschichtlichen Friedenswissens, und was wir aus der Urgeschichte lernen können. Wir besuchten gemeinsam den Steinkreis in Évora, Portugal. Mein Weg führte mich weiter mit einer kleinen Ausbildungsgruppe nach Nubien, um mich tiefer zu verbinden mit der urgeschichtlichen Vergangenheit, auf der Suche nach den urgeschichtlichen Wurzeln eines gesellschaftlichen Friedens. Weiter führte uns die Ausbildung und eine kleinere Initiative des Globalen Campus nach New Mexiko, wo wir uns mit traditionellen Methoden indigener Kulturen befassten und Prozesse der Gemeinschaftsbildung unterstützt haben.
Anschließend kam es in einem Intensivkurs in Tamera zur weiteren Ausbaustufe des Steinkreises in Tamera, eine Art Naturkathedrale, die uns jenseits aller Religionen an die Heiligkeit des Lebens selbst erinnert. Der Steinkreis ist ein Symbol der Urmatrix einer Gemeinschaft, die mit allem Lebendigen verbunden ist. 96 Steine stehen jetzt am sogenannten Herzplatz von Tamera und warten darauf, in ihrer Archetypik weiter entdeckt und gestaltet zu werden.
Nach einem bewegenden Sommercamp in Tamera führte uns die Initiative des Globalen Campus in die Schweiz auf die Schweibenalp, um uns dort zu beteiligen an der Konferenz "Green Phoenix Rising". Gemeinsam wendeten wir uns den Zukunftsvisionen kommender Gesellschaftsformen zu.
Der krönende Abschluss dieses Jahres war die Pilgerschaft durch und um Bogota http://www.grace-pilgrimage.org/de. Es war vielleicht die erfolgreichste Pilgerschaft, die wir je durchgeführt haben. Mit über 150 Personen pilgerten wir durch Slums, Naturplätze im erhabenen Paramo,3600 m über dem Meeresspiegel, zu historischen Gebetsplätzen indigener Kulturen und mitten durch das Stadtviertel von Bogota. Wir besuchten das Landesgericht, den Palast des Vizepräsidenten, Schulen und Theater.
Durch Reden, Musikaufführungen und Theaterperformances unserer Jugend, durch Pilgerschaft, Eucharistiefeier und Meditationen bahnte sich der Same unserer Friedensbotschaft seinen Weg. Es verwirklichte sich hier ein Traum, wo sich spirituelles Handeln, politische Aktion, Kunst und Musik auf eine Weise verknüpften, dass sich feldbildend neue geistige Wahrnehmungs- und Wirkungsräume öffnen konnten. Die "Globale Liebe" zwischen der Friedensgemeinschaft San José de Apartadó, Vertretern vom PRV(Peace Research Village) Middle East, den Musikern aus São Paulo /Brasilien, und der Gemeinschaft aus Tamera wurde so groß, dass sie zu neuen Verbindlichkeiten führte. Es ist eine Art von Liebe, die kein Gegenteil kennt, nüchtern und erhaben sucht sie durch uns hindurch nach neuen Lebens- und Liebesformen. Der Traum von Friedensforschungsmodellen möchte jetzt kräftig genährt werden, er möchte erstrahlen als neuer Stern von Bethlehem, als globaler Lichtpunkt weltweit, der Auswege zeigen kann aus der Sackgasse bestehender Systeme, wachsender Unmenschlichkeit und Verelendung. "Es gibt eine Perspektive." Mit dieser frohen Botschaft bereiten wir uns vor auf das kommenden Jahr.
Für viele von uns und mich persönlich führt das zu Konsequenzen. Tamera in seiner Entwicklung ist jetzt mehr gefragt denn je. Es geht für uns jetzt um einen neuen profunden Schritt des Wachstums, um zu der Ausbildungsstätte werden zu können, die Menschen aus Krisengebieten, die entschlossen am Aufbau neuer Kulturmodelle arbeiten, eine Oase der Kraft bieten kann. Eine Ausbildungsstätte, die zeigen kann, dass der Aufbau von Modellen eine akupunkturhafte heilende Wirkung auf das Ganze haben kann.
Zwischen den Gemeinschaften entsteht ein wunderbares Zusammenspiel. Studenten in Tamera können lernen, ihr menschliches und ihr Fachwissen anzuwenden, indem sie unmittelbar in die Krisengebiete gehen, Menschen aus Krisengebieten können im Schutz der Gemeinschaft einmal außerhalb von dem ständigen Außendruck ihr Wissen vertiefen, und das in allen Zentralbereichen des Lebens: im Bereich der Ernährung, der Energie und im gemeinschaftlichen Leben miteinander. Waren wir lange das Forschungs- und Basislager für den Aufbau von Friedensmodellen, so geben wir jetzt alle Aufmerksamkeit dahin, unsere Forschung so zu vertiefen, dass wir ein Modell sind: ein Modell für Kooperation mit der Natur, für Ernährung, ein Modell für den Umgang mit Wasser und Feuer, ein Modell für den Umgang mit Energie, ein Modell für den Umgang mit Tieren, ein Modell in der Liebe. Auch ein Modell für den richtigen Umgang mit unseren eigenen Gedanken.
Sei ein Ursprungsort für eine neue Kultur, verhalte dich so, dass du nichts mehr zu verbergen hast.
Entdecke die Quelle in dir wieder, die dich zu der unerschöpflichen Quelle der universellen Liebe führt.
Dies verstärkt den Fokus auf uns selbst und ist ein neues geistiges Abenteuer.
Mein Schwerpunkt in dieser Arbeit wird der Ausbau des Steinkreises mit den Pilgerwegen in Tamera und einer damit verbundenen Ausbildung. Es beginnt damit für mich eine geistige Pilgerschaft in Tamera. (Wer mir oder unserem Team ein Geschenk machen möchte, ist herzlich eingeladen, sich mit einer Spende an der Verwirklichung zu beteiligen http://www.the-grace-foundation.org/de/Spenden.html)
Das Leben wird damit immer weniger planbar, es passt in keine Terminkalender. Ich werde mich ein Jahr diesem Modellaufbau in Tamera widmen. Es ist eine Art Retreatjahr, wo ich täglich neu tief in mich hinein horche: Welches ist der Ort, wo die Göttin mich haben möchte. Ich bitte alle, die mich eingeladen haben oder einladen möchten, um Verständnis dafür, dass ich im Moment keine verbindlichen Zusagen machen kann.
Etwas in mir und in uns möchte sich wieder einmal weich aber radikal verändern. Die göttliche Führung möge zu den Synergien führen, die jetzt für die Transformation gebraucht werden, die Menschen und Wesen zu uns führen, die jetzt in diesem Zusammenspiel zueinander strömen möchten. Der Traum von Tamera möge sich jetzt ganz offenbaren, so dass wir der Welt und uns am Ende des kommenden Jahres ein neues „Christuskind“ offenbaren können, ein Heilungsbiotop, das neue Wege im Umgang mit Wasser, Ernährung, Energie weitestgehend realisiert hat, und ganz tief zeigen kann, dass es keinen Grund mehr dafür gibt, in der Liebe Probleme zu haben, weil wir die neuen Wege ganz erkannt haben. Ich bitte und bete dafür, dass wir Ende des Jahres eine Naturkathedrale entwickelt und aufgebaut haben, die wieder sichtbar macht, wie man sich mit den heilenden Kräften der Welt jenseits aller Religionen so verbinden kann, dass die universellen Heilungskräfte durch uns durch strömen können.
Im Namen der Liebe für alles, was Haut und Fell hat, im Namen aller Kreatur wünschen wir ein gesegnetes und kraftvolles neues Jahr, mögen wir der globalen Friedensschau ein ganzes Stück näher rücken!
Sabine Lichtenfels und das GRACE-Team
Die Grace Stiftung zur Humanisierung der Gelder