Sabine Lichtenfels - im Namen von Grace

Sabine Lichtenfels - Grace in Aktion

Der Globale Campus

// Friedenswissen für die Zukunft aufbauen

Der Globale Campus ist eine globale Friedensausbildungsinitiative im Aufbau. Wenn wir eine gewaltfreie Erde sehen wollen, müssen wir das Friedenswissen, das an vielen Plätzen der Welt erarbeitet wird, zusammenbringen im Aufbau konkreter autarker Friedensmodelle.

Wenn weltweit junge Menschen lernen können, Gemeinschaft aufzubauen, Konflikte zu lösen, erfolgreich gewaltfreien Widerstand zu leisten, wenn sie stabiles Wissen über Liebe, Sexualität und Partnerschaft lernen ebenso wie über die wichtigsten Fragen der ökologischen und energietechnologischen Nachhaltigkeit, der Netzwerkbildung, des Friedensjournalismus, der Nahrungserzeugung und der Heilung, dann geschieht die notwendige Globalisierung des Friedens.

Dann werden wir als Menschen fähig sein, die aktuelle globale Transformation in eine positive Richtung zu lenken.

In Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern in Israel/Palästina und Kolumbien wurde ein globales Ausbildungscurriculum mit folgenden Elementen zusammengestellt, mit dem in Tamera bereits begonnen wurde:

Gemeinschaft

Das Wissen über ein Zusammenleben von Menschen und allen Lebewesen ohne Gewalt ist ein grundlegendes Element für eine nachhaltige Kultur des Friedens. Deswegen stehen die Ausbildung und die Forschung von Gemeinschaftsaufbau, Kommunikation und Konfliktlösung im Kern der Ausbildung des Globalen Campus. Transparenz in den wichtigsten Vorgängen, Wahrheit und Vertrauen sowie Kontakt sind Basisvorgänge, die wir Menschen erst wieder lernen müssen. Dies gilt sowohl für den Kontakt mit der Natur als auch in den intimsten Bereichen, in Liebe, Partnerschaft und Sexualität.

Theorie in der Praxis anwenden

Das Curriculum der Globalen Campus Initiative bezieht Ergebnisse moderner Wissenschaft, Geschichte, Soziologie und Technologie ein als fundierte Grundlage für wirksame Friedensaktionen. Ein wichtiger theoretischer Hintergrund für den Aufbau des Globalen Campus ist die politische Theorie von Dr. Dieter Duhm. Sie erklärt in wissenschaftlichen Begriffen, warum der Aufbau von relativ kleinen, aber hochkomplexen Modellen eine Auswirkung auf den Gesamtorganismus der Erde hat.

Umfassende konkrete Modelle

Die Forschungs- und Ausbildungszentren des Globale Campus sind gleichzeitig Orte, an denen das Friedenswissen umgesetzt wird zu realen Friedensforschungsdörfern. Die entwickelten Modellsiedlungen und Zentren sollen so umfassend und komplex wie möglich sein und die neuesten Forschungsergebnisse von Gemeinschaftswissen, gewaltfreier Aktion und gewaltfreiem Leben, Energietechnologie (Solarenergie und freie Energie), Architektur und Ökologie (Permakultur) mit einbeziehen.

Studienorte

Der Globale Campus beginnt mit drei Studienorten, von denen jeder einen bestimmten Fokus repräsentiert:

Friedensforschungszentrum Tamera, Portugal

Tamera ist ein Friedensforschungszentrum, das alle sozialen, ökologischen und technologischen Elemente des Globalen Campus vertritt. Mit mehr als dreißigjähriger Erfahrung, insbesondere in sozialer Dynamik und Gemeinschaftsaufbau, lernen Studenten hier, wie eine soziale Infrastruktur aufgebaut werden kann, die auf Wahrheit, Vertrauen und auf globalem Bewusstsein beruht. Das derzeit in Tamera entwickelte Solar-Village-Projekt bietet Studenten außerdem die Möglichkeit, die Grundlagen von Solartechnologie, Permakultur, Low-Cost-Architektur und dem sozialen Wissen zu studieren.

Das HolyLand Trust, Palästina

Der Holy Land Trust (HLT) ist eine palästinensische non-profit Organisation, die in Bethlehem 1998 gegründet wurde, um das Wissen über gewaltfreien Widerstand gegen die Besatzung bekannt zu machen und zu unterrichten. Geleitet von Sami Awad, werden die Studenten des Globalen Campus Wissen trainieren, Konflikte friedlich zu lösen und wirkungsvolle politische Widerstandsaktionen im Namen von Grace zu planen und durchzuführen. Im Nahen Osten soll das erste Friedensforschungsdorf entstehen, das aus der Initiative des Globalen Campus hervorgeht.

San José de Apartadó, Kolumbien

Das Friedensdorf San José de Apartadó in Kolumbien liegt in einer der gewaltreichsten Gebiete der Erde. Seit zwölf Jahren haben sich über tausend Bauern zusammengeschlossen, um gewaltfrei Widerstand zu leisten gegen alle brutalen Methoden der Vertreibung. Seit seiner Gründung wurden 180 Einwohner durch Paramilitär, Militär und Guerilla ermordet. Sie bleiben ihrem Weg der Gewaltfreiheit treu. Ihre größte Hoffnung ist die Zusammenarbeit mit globalen Initiativen. Im Oktober 2008 fand hier zum ersten Mal eine Ausbildungseinheit des Globalen Campus statt. Die Studenten des Globalen Campus leben mit den Bewohnern zusammen unterstützen das Dorf durch Zeugenschaft, durch den Aufbau von einfachen Techniken der Autarkie und durch Methoden des gewaltfreien Widerstandes.