Wie könnte Frieden im Heiligen Land entstehen?
Sie empfing in einer Meditation fünf Bilder für Frieden im Nahen Osten. Diese sandten sie und ihr Team an viele Adressen nach Israel und Palästina. Die Resonanz war sehr groß, und bald folgten Einladungen nach Israel, um bei Demonstrationen und Friedensveranstaltungen zu sprechen. Seitdem war Sabine Lichtenfels immer wieder im Nahen Osten zu Gast und knüpfte ein wachsendes Netzwerk.
Im Jahr 2003 fand das erste Friedenscamp mit Israelis und Palästinensern in Tamera statt, das sie leitete. Aus den bewegenden Erzählungen der TeilnehmerInnen entstand das Theaterstück "Wir weigern uns, Feinde zu sein" (Autorin: Leila Dregger), ein Stück, das beide Seiten des Konfliktes aus Sicht einer Außerirdischen zeigt - und mögliche Friedensperspektiven andeutete. Mit diesem Stück ging sie mit den StudentInnen der Friedensschule Mirja und Musikern aus Israel und Palästina auf eine Friedenstournee durch Deutschland und die Schweiz.
Die Idee entstand, dieses Stück auch in Israel und Palästina zu zeigen. Im Jahr 2005 war es so weit. Im Rahmen ihrer ersten Pilgerschaft mit 50 internationalen Teilnehmern durch Israel und die Westbank wurde immer wieder das Theaterstück gezeigt. Es war eine Reise, die viele verschlossen geglaubte Türen zwischen den Menschen öffnete und viele zu neuem Friedensmut und -willen inspirierte. Über die Erfahrung schrieb Sabine Lichtenfels das Buch "Grace - Pilgerschaft für eine Zukunft ohne Krieg". Die Filmemacherin Angelika Reicherter drehte darüber den Dokumentarfilm "Wir weigern uns, Feinde zu sein", der in Kinos in Deutschland zu sehen war.
In Folge der Pilgerschaft entstand eine Kerngruppe zum Aufbau eines Friedensforschungsdorfes im Nahen Osten. Die Gruppe hat bestand und wächst und vertieft derzeit in Tamera ihr Gemeinschaftswissen. Während der Pilgerschaft 2005 fand zum ersten Mal der Global Grace Day statt: Seitdem lädt Sabine Lichtenfels jedes Jahr am 9. November zu einem Gedenktag ein, an dem sich immer mehr Gruppen auf der ganzen Welt mit Meditationen und Aktionen beteiligen: Der Tag der Reichspogromnacht in Deutschland und des Berliner Mauerfalls soll zu einem Tag für eine globale Friedensperspektive werden.
Nach dem ersten Global Grace Day, der 2005 vor der Mauer in der palästinensischen Stadt Baqqa stattfand, beging sie 2006 den Global Grace Day mit vielen TeilnehmerInnen in der Holocaust-Gedenkstätte in Berlin.
Die zweite Pilgerschaft durch Israel und Palästina fand mit 180 TeilnehmerInnen 2007 statt: die Gruppe wanderte unter der Leitung von Sabine Lichtenfels über 320 Kilometer durch die Wüste von Eilat nach Jerusalem.
Im Jahr 2008 pilgerte Sabine Lichtenfels mit mehreren hundert Menschen im kolumbianischen Regenwald, zusammen mit den Bewohnern des Friedensdorfes San José de Apartadó. Dies ist ein seit vielen Jahren von bewaffneten Gruppen bedrohtes Dorf von Bauern, die sich mit gewaltfreien Mitteln gegen die Vertreibung zur Wehr setzen. In einem Land, wo 4 Millionen Menschen vertrieben wurden, ist dies ein Same der Hoffnung, der aber weltweite Unterstützung braucht. Diese bisher letzte Pilgerschaft war gleichzeitig der Start des Global Campus: Einer Ausbildungsinitiative für den Aufbau von Friedensdörfern.