Auslöser meiner Pilgerschaft war die Frage: Was können wir tun, um den drohenden Krieg im Iran zu verhindern? Liegt es in unserer Macht, etwas Wirkungsvolles gegen die Globalisierung der Gewalt zu unternehmen?
Jetzt, nach allem, was ich in den letzten Monaten gesehen und erfahren habe, glaube ich mehr und tiefer denn je: Ja, es ist möglich, 30 Menschen können die Welt verändern. 30 Menschen, die voll und ganz entschieden sind, die Weichen in ihrem Innern neu zu stellen, können Kriege verhindern. Mit Sicherheit geht es nicht auf dem Weg, dass sie sich gegen bestehende Verhältnisse richten. Es geht weder auf aktionistischem, noch auf rein spirituellem Weg. Politisches Handeln, spirituelle Verankerung, beharrliche Arbeit an sich selbst und Kooperationspartner, die sich in vollem Vertrauen verständigen können, müssen zusammenkommen. Diese entschlossenen Menschen müssen mit aller Macht dafür sorgen, dass soziale Strukturen und Lebensverhältnisse aufgebaut werden, die in der Lage sind, Kriegsvorgänge zwischen Menschen bereits in ihrer verborgenen Latenz zu entdecken und zu beenden. Sie müssen erkennen, dass ein Lebensmodell, in dem es keinen zwischenmenschlichen Krieg mehr gibt, auch und vor allem nicht im Verborgenen, verändernde Wirkung auf das Ganze hat. Wenn dies an wenigen Orten ganz getan wird und ganz gelingt, hat es verändernde, feldbildende Kraft für die Welt.
Menschen, die es gelernt haben, zu lieben und sich nicht mehr vor der Wahrheit zu fürchten, werden sich an keinem Krieg mehr beteiligen. Mehr als das, sie können an allen Orten dieser Erde aufzeigen, wie sich ohne Krieg leben lässt. Dies ist mein Credo, es wächst mit jeder Erfahrung. Ja, es ist so einfach und es ist so tief.
Aber was heißt das für das palästinensische Dorf Anata, was heißt das für Ramallah, für Bethlehem, für all die Orte, die wir besuchten? Und dies sind nur einige Beispiele, wo Menschen unter unwürdigen Verhältnissen leben müssen? Was heißt das für die Überwindung der Mauer? Was heißt das für das unendliche Leiden, das täglich auf dieser Erde geschieht und vor dem fast alle Menschen, die in besseren Verhältnissen leben, die Augen verschließen?
Das Leben in Anata geht weiter. Die Soldaten werden wieder kommen. Die jungen Menschen, die durch unser Auftreten in Anata das Wunder der Friedenskraft erfahren haben, werden am nächsten Tag doch wieder zu den Steinen greifen. Wie sollten sie auch durch unser kurzes Auftreten verstanden haben, worin das Geheimnis der Friedensmacht liegt?
Eine Ursache für den Krieg liegt in den falsch kanalisierten Sehnsüchten und Lebensenergien des Menschen. Ich wiederhole noch einmal: Glauben wir ernsthaft daran, dass die vielen jungen Soldaten, die jetzt für den Krieg bereitstehen, wirklich den Befehlen gehorchen würden, wenn sie eine andere Perspektive hätten für ihre Kraft, ihren Mut, ihre Sehnsucht nach Abenteuer und Gemeinschaft? Es ist der nicht erfüllte Hunger nach Gemeinschaft, nach Liebe und Religion, der uns in den kollektiven Wahnsinn getrieben hat. Es geht um den Austritt aus dem Wahnsinn der gegenwärtigen Zivilisation und um den Eintritt in eine neue Form des Lebens auf der Erde.
Eine Freundin, die mit uns pilgerte, schrieb mir in einem Brief: Wir können doch nicht warten, bis die Liebe befreit ist! Nein, warten können wir sicher nicht. Die Lage der Welt ist so absolut im Notstand, dass Abwarten mit Sicherheit keine Antwort ist. Das, was der Mensch bisher unternommen hat – in der New-Age-Bewegung, in der alternativen, spirituellen und politischen Welt -, um Kriege zu verhindern, steht in keinem Verhältnis zu dem inneren und äußeren Notstand der Menschheit. Es ist viel zu wenig.
Meine Frage lautet: Wenn wir diese Zusammenhänge sehen, warum warten wir noch? Warum fahren wir noch fort mit unseren kleinen und großen Konflikten, mit unseren Kleinkriegen in der Liebe, mit unseren kleinen oder großen Bedürftigkeiten? Warum unternehmen wir nicht alles, um im eigenen Leben die heimlichen Mittäterschaften auszuräumen und die realen Möglichkeiten für Leben und Liebe zu verwirklichen, die uns von Gott gegeben sind? Warum halten wir fest an den Gewohnheiten der alten Welt, an Zweifeln, Diskussionen, Liebeskummer und Ersatzbefriedigungen? Warum ignorieren wir, was wir im Grunde schon wissen? Warum nehmen wir unsere Aufgabe nicht an?
Wir haben viele kurzfristige Wunder erlebt, wo sich angebliche Feinde auf einer viel tieferen Ebene als Freunde erkannten. Solche Wunder dürfen keine rein emotionalen Wunder bleiben. Wir selbst müssen erst einmal das menschliche System dieser Wunder ganz verstehen, um ihnen Dauer geben zu können. Erst wenn wir die Gesetze wirklich verstanden haben, die in der Liebe wirksam werden, können wir wirksam und dauerhaft verändernd eingreifen.
Kennen wir die fünf Grundregeln der Liebe?
Wissen wir, dass die Kriege, die wir in unseren Partnerschaften führen, mit den Kriegen in dieser Welt zusammenhängen? Sind wir bereit, die Verantwortung dafür anzunehmen und wirklich aus dem alten Netz von falscher Umklammerung, Erpressung und Forderung auszutreten?
Im Folgenden nenne ich fünf einfache Grundregeln der freien Liebe, an ihnen können wir unser tägliches Verhalten messen. Durch die Einhaltung dieser fünf Regeln würde sich mit Sicherheit eine neue Matrix auf Erden manifestieren.
1. Gott ist die Liebe, und jede Liebe hat ihren Anker in Gott. Wer zu lieben gelernt hat, vertraut auf die Liebe Gottes.
2. Liebe beginnt mit der Selbstakzeptanz. Wer gelernt hat, sich selbst zu lieben und zu bejahen, kann keine Gewalt mehr anwenden gegen irgendwen. Nur wer sich selbst bejaht, ist fähig einen anderen Menschen zu lieben. Diese schlichte Regel steht schon in der Bibel: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.
3. Liebe ist frei. Du kannst keinen Menschen an dich binden durch Besitzanspruch oder Rechtsanspruch. Du darfst niemanden zur Befriedigung deiner Bedürfnisse zwingen. Liebe und Lust sind Geschenke des Lebens, keine juristischen Gegenstände. Wenn du anfängst, Liebe und Sex einzufordern, kannst du sicher sein, dass du deine Spur verlassen hast. Kehre, so schnell du kannst, zu ihr zurück.
4. Du kannst nur treu sein, wenn du auch andere lieben darfst. Liebe kennt keine Umzäunungen und keine eifersüchtigen Verbote. Sie kennt die Anteilnahme und das unendliche Interesse aneinander und an der Welt. Wahre Liebe führt von selbst zur Treue.
5. Deine Liebe kann genau in dem Maße Dauer finden, wie du zur Wahrheit bereit bist. Unsere ganze Kultur ist ein Bollwerk gegen die Wahrheit. Wer wahrhaft lieben will, muss bereit sein, das Bollwerk in sich selber aufzulösen und die Wahrheit auch in kleinen und verborgenen Dingen zu riskieren.
Um all dies zu erlernen und zu verstehen, brauchen wir neue Zentren und Gemeinschaften, in denen dieses Wissen gelernt werden kann. Eine Person, die sich ausbildet in globaler Friedensarbeit, muss den Durchlauf machen: Sie muss an sich selbst erkennen, wie sehr ihr Leben bisher ein Bollwerk war gegen die Wahrheit. Sie muss bereit sein, die Wahrheit zu erkennen und anzunehmen. Sie muss bereit sein, die inneren Mauern abzubauen, um menschliches Mitgefühl an sich selbst das erste Mal wieder rein und ohne Verstellung zu erleben. Dafür müssen die meisten einmal in Krisengebieten gewesen sein, um zu wissen, was täglich für Grausamkeiten im Namen der Globalisierung an Mensch, Tier und Erde vollzogen werden. Dann muss diese Person die Zusammenhänge zwischen Umweltkrise und Inweltkrise wirklich erkennen und an sich selbst nachvollziehen. Und sie muss die Wahrheit wissen wollen. Wenn das gegeben ist, kann sie in die Welt ziehen, an den Ort, wo sie ihre Aufgabe am besten erfüllen kann.
Die Pilgerschaft GRACE wird keine Einzelaktion bleiben. GRACE könnte der Beginn einer weltweiten Bewegung für den Frieden sein. Wir können den Krieg verhindern! Die Friedensbewegung kann Kriege stoppen, wenn sie rechtzeitig, klug, strategisch, zahlreich und entschlossen handelt. Lasst uns nicht länger der Hypnose von Resignation, Ohnmacht und Enttäuschung folgen. Wir werden es schaffen, wenn sich weltweit entschlossene Menschen finden, die ab jetzt für ein Jahr nichts anderes tun, als sich bedingungslos für den Frieden einzusetzen. Die Revolution im Äußeren muss von einer bewussten Revolution im Innern begleitet sein, ohne das wird es kaum einen wahren Sieg geben können. Viele wissen heute: Die Erde ist nur noch zu retten, wenn die Menschheit eine Transformation vollzieht, wenn sie sich zu einer neuen Intelligenz und zu einer neuen Bereitschaft für Wahrheit und Solidarität aufrafft. Etwas muss geschehen, etwas, das tiefer greift und umfassender ist als alle bisherigen Revolutionen. Eine Weltrevolution, die im Wesentlichen nicht mehr gegen bestehende Systeme kämpft, sondern sich mit der Kraft einer höheren Ordnung verbindet, liegt in der Luft: die Revolution der Liebe – und die Herstellung von Lebensverhältnissen, in denen sich die Daseinsform der Liebe dauerhaft entwickeln kann. Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.
Für die Verwirklichung dieser großen Idee werde ich meine Pilgerschaft zur Humanisierung der Gelder fortsetzen. Ich habe gelernt und erfahren, dass wir durchaus die Veränderung sein können, nach der wir uns so sehnen. Ich arbeite und pilgere für eine Zukunft ohne Krieg. Die Gelder, mit denen heute Kriege finanziert werden, würden ausreichen, um die gesamte Menschheit vor Hunger, Elend und Gewalt zu bewahren, wenn sie in geeignete Friedensprojekte investiert würden. Die Idee einer weltweiten Friedensbewegung, in deren Zentrum der Gedanke der Friedensdörfer steht, braucht den Kontakt zu einer größeren Öffentlichkeit. Sie braucht den Kontakt zu Wirtschaftsexperten und Spezialisten im Bereich der Ökonomie, die die Notwendigkeit eines solchen umfassenden Umdenkens schon lange sehen und unterstützen wollen. Die Friedensbewegung braucht den erkennenden Kontakt zur Funktionsweise des Geldes, ohne seinen Gesetzen zu unterliegen. Sie muss alte Feindbilder überwinden und mithelfen, dass eine humane Wirtschaftsweise entstehen kann. Mit dem Geld eines einzigen Panzers können wir einen kraftvollen Start setzen für den Aufbau der anvisierten Friedensdörfer in Nahost, Kolumbien, Indien und Portugal. Stellt euch vor: Jede Person tut das, was an ihrem Ort möglich ist, in dem Bewusstsein: „Ich kann die Veränderung sein, die ich in der Welt sehen will.“ Stellt euch vor: Weltweit entwickelt sich in geistiger Verbundenheit ein Netzwerk von Friedensprojekten, Zukunftsgemeinschaften und Heilungsbiotopen. Sie beherbergen gern alle Friedenspilger, die sich dem Unternehmen GRACE anschließen möchten und sich persönlich weiterentwickeln wollen. Immer mehr Menschen nehmen die Verantwortung für das Ganze und die notwendige Arbeit in den Teilbereichen mit Freude an. Die nötigen Gelder werden von wohlhabenden Einzelpersonen und Gruppen zur Verfügung gestellt. Immer mehr Menschen kennen und erfüllen ihren Beruf und ihre Aufgabe in diesem weltweiten Netz einer machtvoll keimenden Friedenskraft. Die weltweite Friedensbewegung hat Richtlinien, an denen sich die Teilnehmer auch in ihrem persönlichen Alltag orientieren. Alle diese Richtlinien orientieren sich an der tiefen Bedeutung von GRACE.
Auf der Pilgerschaft in Israel ist durch die vielen existentiellen Erschütterungen das Geldthema in den Hintergrund geraten, ein zweiter Teil meiner Pilgerschaft, wo wir uns gezielt den Menschen aus der Finanzwelt zuwenden werden, wird folgen. Mein absolutes Vertrauen, dass ich mein Pilgerziel erreichen werde, ist sehr gewachsen.
Ich danke für die vielen neuen Freundschaften und Kooperationspartner, ich habe sehr engagierte Friedenskräfte kennengelernt, die ihr ganzes Leben der Friedensarbeit widmen. Das Netzwerk der Zusammenarbeit wächst. Wir brauchen eine weltweite Gruppe entschlossener Menschen, die ihre wirtschaftlichen, politischen, publizistischen Möglichkeiten nutzen, um die Idee der Friedensdörfer zu unterstützen – ein globales „Syndikat für den Frieden“. Es muss eine sehr entschlossene Gruppe sein, die in jeder Situation bereit ist, ihr persönliches Interesse dem Gesamtinteresse unterzuordnen. Ich bin unterwegs, um am Aufbau einer solchen Weltgruppe mitzuwirken.
Das internationale Friedenssyndikat möge dafür sorgen, dass die Nachrichten in die Welt kommen, dass überall auf der Erde erste Ausbildungsstätten zur Erlernung des Aufbaus von Friedensdörfern entstehen können, dass der weltweiten Friedensbewegung Herbergen und Treffpunkte als Oasen der Kraft und der Kooperation zur Verfügung stehen. Die anvisierte Weltgruppe für den Frieden könnte aus etwa 30 Personen bestehen.
Mein Beitrag liegt in der Vorbereitung und Vernetzung entsprechender technologischer, ökologischer und sozialer Pilotmodelle, die von verschiedenen Gruppen in der Welt bereits entwickelt worden sind oder zur Zeit in Arbeit sind. Gleichzeitig bin ich gern bereit, mein spirituelles Wissen, meine Gemeinschaftserfahrung und meine Erfahrungen im Liebesbereich an andere weiterzugeben.
Ich bitte alle engagierten Geister um Hilfe und Unterstützung. Bitte stellt den Kontakt zu den Experten aus Wirtschaft und Finanzwesen her, die interessiert sind an neuen Zukunftsprojekten. Ich grüsse alle Freunde und Friedensarbeiter auf diesem wundervollen Planeten Erde und wünsche uns allen Zeuge eines Lebens in Frieden zu werden.
Wer eine Spende geben möchte oder eine wichtige Information beitragen wende sich Bitte an das Global Grace Office in Tamera.